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Probleme vs. Restriktionen

  • 19. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 23. Apr.

Ein Eichhörnchen in einer akrobatischen Pose an einer Futterstation als psychologische Metapher für den Unterschied zwischen lösbaren Problemen und strukturellen Restriktionen in der systemischen Beratung.

„Houston, wir haben ein Problem!“ – „Na, glücklicherweise keine Restriktion“, möchte man da psychologisch gewitzt und astronautisch empathisch in die Funkgeräte rufen. Denn Probleme lassen sich grundsätzlich lösen – oft durch eigenes Zutun, wenn auch nicht immer einfach und sofort. Die gedankliche Unterscheidung zwischen diesen beiden Begriffen ist der Schlüssel, wenn der eigene Handlungsspielraum gegen Null zu gehen scheint.


Phänomenologie: Wenn aus Erleben Widerstand wird

Aus hypnosystemischer Sicht bezeichnen wir alles, was Menschen begegnet, zunächst ganz allgemein als „Phänomen“. Erst unsere Bewertung ordnet dieses Phänomen ein:


  • Das Problem: Ein Phänomen wird zum Problem, wenn es sich negativ auswirkt und bewältigt werden muss. Es impliziert: Hier gibt es eine Lösung.


  • Die Restriktion: Ein Zustand, den wir als höchst bedauerlich erleben, der aber objektiv unveränderbar ist. Beispiele sind der Verlust eines Angehörigen, das Ende einer Liebe oder die Folgen einer globalen Krise.


Die Energie-Falle: Das Unveränderbare bekämpfen

Der verständliche Versuch, ein Problem lösen zu wollen, bei dem es sich in Wahrheit um eine Restriktion handelt, kostet uns enorm viel Zeit und Energie. Wir stemmen uns gegen eine Wand, die sich nicht bewegen lässt.

Ob wir ein Phänomen als Problem oder als Restriktion definieren, ändert unsere Beziehung dazu grundlegend:


Eine Veränderbarkeit des Unveränderbaren ist nicht möglich. Es ist aber immer möglich, einen anderen Umgang mit dem Unveränderbaren zu finden.

Vom Widerstand zur Selbstwirksamkeit

Für einen gesundheitsförderlicheren Umgang mit Restriktionen ist es hilfreich, die eigenen Sehnsuchtsziele nicht zu verdrängen. Wir sollten sie liebevoll anerkennen und würdigen. Erst dann werden wir wieder frei, um selbstwirksam nach zweit- oder drittbesten Lösungen zu suchen.

Nicht immer ist die Restriktion an sich das eigentliche Problem – oft ist es unser Umgang damit. Und genau diesen Umgang haben wir durchaus selbst in der Hand.


EXPERTISE Ein Problem ist eine Aufgabe für den Verstand. Eine Restriktion ist eine Aufgabe für das Herz und die Akzeptanz. Wer beides verwechselt, verliert seine Kraft. Wer es unterscheidet, findet seinen Frieden.

 
 
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