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Wandlung braucht Weile: Die Kunst des aktiven Abwartens

  • 19. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 23. Apr.

Ein Tagpfauenauge auf Blüten als Symbol für die Phasen psychologischer Wandlung und das Konzept des aktiven Abwartens in der systemischen Therapie.

Es gibt Zeiten im Leben, da funktionieren die alten Strategien einfach nicht mehr. Wir verstärken unsere Bemühungen – joggen mehr, essen weniger, arbeiten härter –, nur um am Ende festzustellen, dass wir uns erschöpft und leer fühlen. Das gewünschte Ergebnis bleibt aus. Spätestens dann ist der Augenblick gekommen, innezuhalten. Ein altes Sprichwort sagt treffend: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“


Die Weisheit des Ofens: Wanjas Weg zur Stärke

Kennen Sie die Erzählung „Wanja“ von Otfried Preußler? Seine Brüder nannten ihn den „faulen Wanja“, weil er jede Arbeit scheute. Doch ein weiser Mann prophezeite ihm, er würde einmal König werden – unter einer Bedingung: Sieben Jahre lang solle er nichts tun, als auf dem Ofen liegen, ruhen und Sonnenblumenkerne essen.

Wanja ließ sich darauf ein. Seine Brüder toben vor Wut, doch Wanja blieb liegen.


  • Die Vorbereitung: Sechs Jahre vergingen. Er wurde größer und stärker, aber die Zeit war noch nicht reif.


  • Der Moment: Als das siebte Jahr um war, stand er auf – plötzlich und ohne Zögern. Er wusste: Es ist soweit.


  • Das Ziel: Er ging seinen Weg Schritt für Schritt, bewältigte jede Aufgabe und wurde tatsächlich König.


Naturrhythmen vs. Menschliche Kontrolle

Pflanzen und Tiere folgen ihren innewohnenden Rhythmen ganz selbstverständlich. Ein Baum wirft im Winter seine Blätter ab und lenkt die Energie nach innen. Nur wir Menschen meinen oft, alle Dinge in unverminderter Rasanz vorantreiben zu müssen. Wir wollen die Kontrolle behalten und das Tempo bestimmen, bis nicht nur der Akku leer ist, sondern die gesamte Ladestation streikt.


Das Wunder der Metamorphose

Veränderungen und Erneuerungen lassen sich vorbereiten, aber nicht erzwingen. Eine Raupe frisst sich dick und rund, bevor sie sich verpuppt. Doch das eigentliche Wunder ihrer Wandlung vollzieht sich im Stillen, entzieht sich jeder Einflussnahme. Bis zu dem Tag, an dem der Kokon aufbricht.


EXPERTISE „Es ist das Ende“, sagte die Raupe. „Es ist erst der Anfang“, sagte der Schmetterling.Wahre Wandlung geschieht nicht durch verbissene Anstrengung, sondern durch die Bereitschaft, sich im richtigen Moment dem Fluss des Lebens anzuvertrauen.

 
 
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